SONNENDECK.FM ILLUSTRATION MOTION DESIGN

DIESE BILDER WOLLEN GESCHICHTEN ERZÄHLEN

Blaue Busse

Kein komplexes Netz, keine Teilnahme an künstlichen Welten und auch keine visuellen oder auditiven Schnittstellen, die die Arbeit erst zum Werk werden lassen. Sonnendeck ist Christoph Göpner und Christoph Göpner arbeitet analog – und deswegen anders, weil er den Betrachter mit seinen großformatigen und fotorealistischen Compositings trotz deren digitaler Herkunft nicht in ferne Sternenschlachten schickt oder ihme Avatars in Cyberwelten abfordert. Göpners Bilder sind stille Bestandsaufnahmen aus ganz irdischen Momenten, wirken wie Erzählungen aus einem fernem Traum und laden zum Betrachten einlädt. Die Motive leiten in eine fast-reale zeitlose Weite, die sich aus Versatzstücken vieler erlebter und ähnlich empfundener Szenen zusammensetzt. Gesammelt und thematisch geordnet entstehen Göpners Bilder wie im Setzkasten. Digitales Strandgut aus dem World-Wide-Web speisen ebenso seine Werke wie Zeitungsausschnitte, Postkarten, Prospekte oder eigene Urlaubsfotos. Jedes Bild wird im Computer zerhackstückt, umgebaut, modeliert, verfärbt und verfremdet, bis es letztlich als Puzzlestück im Bild seinen Platz gefunden hat und fast selbstverständlich wirkt. Dabei nimmt schon bei der Entstehung jedes Bild seinen eigenen Weg, ist niemals ganz planbar und ist so auch vom Suchen und Finden des Ausgangsmaterials abhängig.

Die anfängliche Idee leitet das Bild und gestaltet nur noch hintergründig mit. Der Eindruck der so entstandenen neuen Welt entsteht durch zum einen durch photorealistische Darstellungen oder  bekannten Kunstwerken entlehnte Szenen. Jede Welt bringt ihre eigene Stimmung mit. Das Werk von Christoph Göpners Sonnendeck lässt sich nur dadurch klammern, daß es immer auf die selbe Weise entsteht: Nämlich im Zusammenspiel von Bildidee und Finderglück. So dient für Göpner der Computer als moderner Pinsel. Er stellt das zeitgemäße Werkzeug dar, das der Aussage der Sonnendeck-Bilder die zweite, eigentliche Bedeutung verleihen soll:

Großflächig auf Leinwand, Acryl oder Dibond, Holz, Tapete und sogar Eisen übertragen verliert das Bild einen wesentlichen Hinweis auf seinen eigentlichen digitalen Ursprung. Die Bilder gewinnen durch ihre Größe an Wirkung, kein Bild ist kleiner als 1 mal 1,5 Meter. So werden unseren herkömmlichen Betrachtungsgewohnheiten und die gelernten Erwartungshaltung an ein analoges Medium wie beispielsweise Leinwand und unsere täglichen Wahrnehmung von Bildern bis hin zu unserem erlebten Tagesgeschehen in Frage gestellt, so wird die unmerklich fortschreitende Gewöhnung an Fälschung und der zunehmende Verlust an Wahrhaftigkeit gewahr.